Startaufstellungen
Spielverlauf
Paul Seguin hat seine Gelb-Rot Sperre abgesessen und verdrängt Pascal Klemens zurück auf die Bank.
... aber leider im Negativen. Aufgrund der verhängten Strafe des DFB gegen SG Dynamo Dresden und Hertha BSC dürfen weniger Gästefans zu den jeweiligen Saisonspielen und alle Tickets müssen personalisiert sein. Die Berliner Fanszene rief zum Boykott des Spiels auf. Gegen Kollektivstrafen!
Die erste Hälfte spielen die Berliner von rechts nach links und bringen den Ball ins Spiel.
Hertha spielt sich den Ball durch die Reihen, Eitschberger bekommt die Kugel rechts außen auf den Fuß und flankt in den gegnerischen Strafraum. Der Dresdner Torwart pflückt ihn mühelos runter.
Der Dresdner führt einen Doppelpass aus, dieser bekommt ihn mittig im Strafraum zurück und schließt ab. Bitter für Gersbeck, dass der Schuss minimal abgefälscht wurde. Er springt minimal, somit war der Schuss besonders schwierig einzuschätzen.
Torschütze: PATRICE ČOVIĆ
Zehn Minuten nach dem Tor der Sachsen war dies auch ihre einzige echte Torannäherung. Hertha drückt stattdessen immer wieder in Richtung des gegnerischen Strafraums.
Ein Ballverlust sorgt für einen schnellen Konter der Dresdner. Der Querpass im Strafraum verfehlt im Torraum von Gersbeck nur knapp den Fuß. So bleibt es bei 1:0.
Da isses! Brekalo spielt links außen den Ball auf Thorsteinsson, er tänzelt vor der Abwehr ein wenig von links nach rechts und zieht einfach mal ab. Minimal abgefälscht, auch hier, und so rollt er ins untere linke Eck. 1:1 lautet nun der neue Spielstand. Es hatte sich angekündigt!
Die Nummer 18 Robert Wagner kommt mit gestreckten Bein gegen Grönning auf Höhe der Mittellinie in den Zweikampf. Deutliche Karte, keine Diskussionen.
Puh, das hätte auch eine andere Farbe geben können: zwei Dresdner bekommen vor dem Berliner Strafraum den Ball zugespielt. Sie sind durch und Pedersen trifft beim Klärungsversuch den Gegenspieler am Fuß. Sicherlich glücklicherweise wurde er minimal geschubst, weshalb ihm keine volle Absicht zu unterstellen ist und der Ball wäre auch vom Tor weg gerollt. Glück!
Brekalo stempelt seinen Gegenspieler auf den Fuß. Auch hier eine korrekte Entscheidung der gelben Karte.
Grönning bekommt den Ball im Strafraum vor die Füße, er ist relativ alleine und schließt ab. Der Torwart kann den Ball nur ablenken, er fällt weiter Richtung Tor und nur ein Klärungsschuss auf der Linie kann den Torjubel verhindern. Hertha drückt weiter!
Fast nebenbei wurde geschaut, ob das Foul auch als Notbremse zu werten wäre. Der VAR sagt aber: Nö!
Die erste Halbzeit ist um. Laut xGoals liegen beide Teams mit ca. 0,7 gleich auf. Dresden versucht zu drücken, kommt aber nur selten durch. Bei Hertha ist immer ein Detail unzureichend, was die Torschüsse vereitelt. Dennoch, die Chancen und das Spiel spricht Pro Hertha.
Grönning geht raus und Nilsson soll frische Impulse bringen.
Im Stile von Mario Gomez wurde der Ball nach einem Querpass von Adewumi über das Tor geschossen. Über das leere Tor. Ein Torschuss der Kategorie: Es wäre schwerer, ihn nicht zu machen als ihn zu machen. Aber das zweite Tor der Berliner ist sicherlich nicht mehr weit.
Brekalo flankt von links den Ball auf den langen Pfosten. Gegen den Lauf köpft dieser ihn rein.
Adewumi hat sich wohl den Ball an den Arm geköpft und flog danach ins Tor. Deshalb zählt der Treffer nicht. Der Kontakt war so minimal, dass es keinen Einfluss gehabt hätte. Glück für Dresden, Pech für Hertha.
Jetzt aber trifft er: aus 18 Metern schießt Thorsteinsson einfach mal aufs Tor, vollkommen unbedrängt da die Dresdner stehend KO sind. Bitter für Dresden, dass wenige Sekunden vorher eine Chance über das Tor geschossen wurde. Der anschließende Abstoß leitete das 2:1 für Berlin ein. Ganz ehrlich: verdient. Kein Gegner um ihn, um den Treffer zu vermeiden. Er bekommt den Ball von links zugespielt, dribbelt zur rechten mittleren Seite vor dem Strafraum rüber und schließt ab. Er ist und bleibt die Bank für Hertha!
Hertha konnte 20 Schüsse verzeichnen, während Dresden gerade mal 7 verzeichnet. Die xGoals sprechen mit 2,7 auch eine deutliche Sprache: das Ding ist verdient! Und, bezogen auf die gesamte Liga: kein Team schoss so viele Tore wie die Hertha. Unglaublich!
Sessa darf jetzt Feierabend machen, Klemens wird sicherlich das 2:1 absichern.
Und 5 Minuten Nachspielzeit werden angezeigt
Wieder ein Torschuss und jetzt der frisch eingewechselte Klemens: der Dresdner Torwart bringt gerade so die Finger ran und es gibt Ecke. Bleibt allerdings ohne Erfolg.
Zur ersten Halbzeit sicherlich ein Spiel auf Augenhöhe. Die zweite Halbzeit fand für Dynamo Dresden nur in den ersten zehn Minuten statt, dann war weniger los. Hertha hat nicht aufgegeben, hat sich die Chancen herausgearbeitet und nun stehen sie wieder (Nürnberg war zwischenzeitlich durch das Mittagsspiel auf Platz 1) an der Tabellenspitze.
Hertha BSC gewinnt auch bei Dynamo Dresden und setzt seinen historischen Saisonstart in der 2. Bundesliga fort. Beim 2:1-Auswärtssieg im Rudolf-Harbig-Stadion dreht die Mannschaft von Stefan Leitl einen frühen Rückstand. Jón Dagur Thorsteinsson wird mit zwei Toren zum Matchwinner. Nach sechs Spieltagen steht Hertha bei sechs Siegen, 18 Punkten und 17:7 Toren.
Sechstes Spiel, sechster Sieg: Hertha BSC ist in der 2. Bundesliga weiterhin nicht zu stoppen. Auch Dynamo Dresden konnte die Berliner Siegesserie nicht beenden. Dabei sah es im Rudolf-Harbig-Stadion zunächst gar nicht nach dem nächsten Hertha-Sieg aus.
Patrice Čović brachte Dynamo bereits nach zehn Minuten mit 1:0 in Führung. Doch Hertha reagierte – und wieder einmal bewies diese Mannschaft, dass sie sich von einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Dynamo Dresden geht früh gegen Hertha in Führung
Dresden begann mutig und belohnte sich bereits in der 10. Minute.
Ausgerechnet Patrice Čović sorgte für die Führung. Der gebürtige Berliner und ehemalige Hertha-Nachwuchsspieler leitete den Angriff selbst ein, spielte einen Doppelpass mit Vincent Vermeij und traf anschließend aus rund 16 Metern zum 1:0.
Hertha benötigte einige Minuten, um richtig in die Partie zu kommen. Anschließend wurden die Berliner jedoch zunehmend gefährlicher.
In der 29. Minute folgte die Antwort.
Jón Dagur Thorsteinsson bekam vor dem Dresdner Strafraum den Ball und traf mit einem platzierten Flachschuss aus rund 20 Metern zum 1:1-Ausgleich für Hertha BSC.
Kurz vor der Pause hatte Hertha sogar die Möglichkeit zur Führung. Tim Schreiber verhinderte gegen Oluwaseun Adewumi jedoch das 2:1.
Hertha übernimmt nach der Pause die Kontrolle
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Hertha den Druck deutlich.
In der 57. Minute schien die Partie bereits gedreht: Adewumi köpfte den Ball zum vermeintlichen 2:1 ins Dresdner Tor.
Doch der Treffer zählte nicht. Nach Überprüfung durch den Video-Assistenten wurde das Tor aufgrund eines Handspiels bei der Ballannahme zurückgenommen.
Hertha ließ sich davon nicht beeindrucken.
Die Berliner erspielten sich weitere Möglichkeiten und drängten auf den Führungstreffer. Wie deutlich das Chancenplus war, zeigen die Zahlen.
25:7 Torschüsse standen am Ende für Hertha zu Buche.
Auch die Expected Goals sprechen für die Berliner:
Dynamo Dresden: 0,96 xG
Hertha BSC: 3,11 xG
Der Auswärtssieg war damit keineswegs nur das Ergebnis zweier glücklicher Distanzschüsse.
Thorsteinsson schießt Hertha zum 2:1-Sieg in Dresden
In der 80. Minute war es schließlich wieder Thorsteinsson.
Der Isländer bekam zentral vor dem Strafraum viel Platz und zog aus mehr als 20 Metern ab. Der Ball schlug unten rechts ein.
2:1 für Hertha BSC
Bemerkenswert ist dabei ein Bundesliga Match Fact: Die berechnete Torwahrscheinlichkeit dieses Abschlusses betrug lediglich fünf Prozent.
Der Schuss erreichte dabei eine Geschwindigkeit von 109,82 km/h und wurde aus einer Entfernung von 21,42 Metern abgegeben.
Thorsteinsson hatte das Spiel praktisch im Alleingang gedreht.
Dresden versuchte anschließend noch einmal zurückzukommen, Hertha brachte die Führung jedoch über die Zeit.
Endstand: Dynamo Dresden 1:2 Hertha BSC.
Historischer Saisonstart: Sechs Spiele, sechs Hertha-Siege
Damit schreibt Hertha BSC seine außergewöhnliche Saison 2026/27 weiter.
Nach sechs Spieltagen lautet die Bilanz:
6 Spiele
6 Siege
18 von 18 möglichen Punkten
17:7 Tore
+10 Tordifferenz
3,0 Punkte pro Spiel
2,83 erzielte Tore pro Spiel
Sechs Siege aus den ersten sechs Saisonspielen bedeuten einen neuen Startrekord für Hertha BSC.
Die Dimension dieses Saisonstarts wird noch deutlicher, wenn man auf die Geschichte der 2. Bundesliga schaut.
Vor Hertha gelang es lediglich Bayer 04 Leverkusen 1978/79 und Hannover 96 1986/87, mindestens ihre ersten sechs Spiele einer Zweitliga-Saison zu gewinnen.
Leverkusen startete damals sogar mit neun Siegen, Hannover mit acht.
Interessant: Beide Mannschaften wurden am Ende ihrer jeweiligen Saison Meister und stiegen in die Bundesliga auf.
Das ist natürlich keine Garantie für Hertha. Nach gerade einmal sechs Spieltagen wäre es viel zu früh, daraus eine Prognose für die gesamte Saison abzuleiten.
Es zeigt allerdings, wie außergewöhnlich der Berliner Saisonstart tatsächlich ist.
Herthas Offensive setzt neue Maßstäbe
Bereits nach fünf Spieltagen hatte Hertha 15 Tore erzielt. Laut Verein waren das so viele wie nie zuvor nach fünf Spieltagen in 59 Jahren Hertha-Profifußball.
Jetzt stehen bereits 17 Treffer nach sechs Spielen auf dem Konto.
Das entspricht durchschnittlich 2,83 Toren pro Spiel.
Und damit stellt Hertha momentan auch die beste Offensive der 2. Bundesliga.
Selbst im historischen Bundesliga-Vergleich ist diese Ausbeute bemerkenswert. Der aktuelle Rekord der 1. Bundesliga liegt zwar deutlich höher – Bayern München erzielte in der Saison 2025/26 insgesamt 25 Tore innerhalb der ersten sechs Spieltage –, doch 17 Treffer bleiben eine außergewöhnlich hohe offensive Ausbeute.
Hertha entwickelt Comeback-Qualitäten
Mindestens genauso bemerkenswert wie die Zahl der Tore ist die Art und Weise, wie Hertha momentan seine Spiele gewinnt.
Bereits in Braunschweig lag Hertha mit 0:2 zurück und gewann anschließend noch mit 5:3.
Jetzt folgte in Dresden das nächste Comeback:
0:1 nach zehn Minuten.
1:1 durch Thorsteinsson.
Aberkanntes Hertha-Tor.
2:1 durch Thorsteinsson.
Auswärtssieg.
Rückstände scheinen diese Mannschaft momentan kaum aus der Ruhe zu bringen.
Hertha selbst bezeichnete bereits vor der Partie in Dresden Resilienz und Offensivstärke als zwei prägende Eigenschaften der bisherigen Saison.
Nach dem Auftritt in Dresden dürfte es schwerfallen, dieser Einschätzung zu widersprechen.
25 Torschüsse zeigen Herthas Entwicklung
Besonders positiv ist, dass die sechs Siege nicht ausschließlich durch effiziente Chancenverwertung zustande kommen.
Hertha erarbeitet sich Möglichkeiten.
Die 25 Torschüsse gegen Dynamo Dresden sind dafür ein gutes Beispiel. Dazu kommen 3,11 Expected Goals und ein aberkannter Treffer.
Selbst nachdem das vermeintliche 2:1 zurückgenommen worden war, spielte Hertha weiter auf Sieg.
Genau darin liegt momentan vielleicht der größte Unterschied zu einigen Hertha-Mannschaften der vergangenen Jahre.
Die Mannschaft wirkt überzeugt davon, Spiele gewinnen zu können.
Darf Hertha jetzt vom Aufstieg träumen?
Nach sechs Spieltagen steht Hertha BSC mit der maximal möglichen Ausbeute da.
Natürlich ist die Saison noch lang.
Es werden Niederlagen kommen. Es werden schwächere Spiele kommen. Und sechs Spieltage reichen nicht aus, um eine komplette Saison vorherzusagen.
Aber ebenso wenig muss man die bisherigen Leistungen kleiner machen, als sie sind.
18 Punkte aus sechs Spielen.
17 erzielte Tore.
Sechs Siege.
Zwei spektakulär gedrehte Spiele.
Hertha-Startrekord.
Hertha hat Spiele dominant gewonnen, Rückstände gedreht und inzwischen mehrfach gezeigt, dass die Mannschaft auch mit schwierigen Spielverläufen umgehen kann.
Der 2:1-Auswärtssieg bei Dynamo Dresden ist dafür das nächste Beispiel.
Die Alte Dame steht nach sechs Spieltagen völlig verdient ganz oben.
Sechs Spiele. Sechs Siege. 18 Punkte.
HAHOHE
Chris
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